Haben Genträger für M. Wilson vermehrt M. Parkinson?

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Gitte
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Haben Genträger für M. Wilson vermehrt M. Parkinson?

Beitrag von Gitte » 13. Apr 2008, 11:09

Hallo,

nachdem im alten Wilson-Forum zu der im Titel genannten Frage ein Beitrag unter Hinweis auf folgende Veröffentlichung geschrieben worden war, beschäftigt mich die Frage, ob es tatsächlich zutrifft, dass Genträger für M. Wilson häufiger M. Parkinson bekommen.
Johnson, S. (2001). "Is Parkinson's disease the heterozygote form of Wilson's disease: PD = 1/2 WD?" Med Hypotheses 56(2): 171-3.
Wilson's disease (WD) patients often present with Parkinson's disease (PD). Furthermore, most patients with PD have reduced ceruloplasmin, a characteristic of Wilson's disease. WD is an autosomal recessive disease (requires two faulty copies of a gene to produce a homozygote individual) that afflicts 1 in 1000 people. However, the number of people with one faulty copy (heterozygotes) is much larger, probably about 2% of the population. I hypothesize that the large number of heterozygotes for WD are at greatly increased risk for idiopathic PD, because these people accumulate free copper in the basal ganglia at a slower rate than homozygotes, which accounts for the fact that PD usually develops after 40 years of age. .......
http://lansbury.bwh.harvard.edu/Literat ... hors_j.htm

Kurz zusammengefasst vermutet Johnson aufgrund des bei Parkinson-Patienten relativ niedrigen Coeruloplasmin-Wertes im Blut, dass es sich bei Parkinson-Patienten um Genträger für M. Wilson handelt, weil man weiß, dass Genträger für M. Wilson ein relativ niedriges Coeruloplasmin auch haben und weil beide Krankheiten gemeinsame Symptome haben.
Wie wir wissen, ist beim M. Wilson ein erniedrigtes Coeruloplasmin ein wichtiges Diagnose-Zeichen.

Daher meine Frage an die Wilson-Patienten hier im Forum:
Haben Eure Eltern (diese sind auf jeden Fall Genträger auf M. Wilson) M. Parkinson? Gibt es M. Parkinson bei den Großeltern?

Da Parkinson meist erst im späten Alter auftritt (über 60 oder 70 Jahre) sollte man, wenn die Eltern noch jünger sind, die Generation der Großeltern betrachten.

Vielleicht melden sich diejenigen, bei denen Parkinson bei den (älteren) Vorfahren in gerader Linie festgestellt wurde, mal hier. Aber auch diejenigen, die wissen, dass ihre direkten Vorfahren, sofern sie über 60 Jahre alt sind, kein Parkinson haben, sollten sich melden, denn nur so kann man einen Prozentsatz ermitteln.
Wer hier nicht öffentlich dazu etwas schreiben will, kann mir gern auch eine PN oder eine E-Mail (Adresse siehe "Profil") senden (auch gern anonym).
Ich würde das Ergebnis der Umfrage hier öffentlich machen, natürlich ohne Nennung von Namen.
Ich weiß, dass dies keine repräsentative Ermittlung sein wird, weil ich mit dieser Anfrage nur wenige Patienten erreichen kann. Aber ein Anhaltspunkt für die o.g. These könnte es dennoch sein.

Wenn Genträger für M. Wilson ein erhöhtes Risiko auf M. Parkinson haben, dann sollte man als Wilson-Patient seinen Eltern und evtl. Geschwistern die von Johnson empfohlenen Vorsorgemaßnahmen wie entkupfernde Maßnahmen (Zink, Chelatbildner) und Maßnahmen zur Ausscheidung zu hohen Eisens (Aderlässe) empfehlen.

Vielleicht wäre dieses Thema auch ein Diskussionspunkt bei der nächsten Mitgliederversammlung?
Ich vermute mal, dass die Ärzte in den Wilson-Ambulanzen dazu auch einiges wissen.....

Gitte

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