Suche nach Antworten. Könnte es Morbus wilson sein?

Merkmale der Krankheit
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Rene1412
Beiträge: 1
Registriert: 1. Mär 2011, 18:03

Suche nach Antworten. Könnte es Morbus wilson sein?

Beitrag von Rene1412 » 1. Mär 2011, 20:22

Symptome

Also wo Fange ich an?
Erst mal zu mir. Ich bin Männlich und 23 Jahre Alt.
Angefangen, so das es belastend wurde, hat es vor ungefähr 2 Jahren.
Erst mal zur Psyche, Neuronal.
Ich habe seit dem Immer stärkere Konzentrationsprobleme. Inzwischen sogar so stark, das ich am Ende des Tages nicht Komplett wiedergeben Kann was ich heute gemacht habe. Ich verfalle immer öfter in Depressionen.
Mir ist manchmal ohne ersichtlichen Grund schwindelig, oder ich habe so eine Art Tunnel Blick.
( Nehme keine Drogen und trinke nicht)
beim leichtesten Anflug von Nervosität, oder wenn ich aufgeregt bin, und in den letzten Wochen manchmal auch einfach so,bekomme ich einen Heftigen Tremor. Das ist sogar so schlimm, das wenn ich auf einer Arzt Liege liege, das mein ganzer Körper unkontrolliert Zittert. Ist in den letzten Monaten extrem geworden. Dazu kommen immer Öfter Stiche in Herz und Magengegend, sowie vor einem Jahr diagnostizierten Bluthochdruck. sowie Starke Kopfschmerzen (Trotz Opiotischer Schmerzmittel Therapie).

So Dann zum Muskel, Skelett System.
Ich bin nun seit einem Jahr erwerbsunfähig, weil meine Gelenke nicht mehr so wollen. Ich habe zwar schon immer Lockere Kniescheiben, aber seit 2 Jahren rücken mein Bandscheiben immer näher zusammen, und morgens schmerzen mir häufig alle Gelenke und ich brauche eine Stunde um mich einigermaßen bewegen zu können. Wenn ich zu lange sitze werden meine Füße Taub. Ich habe zwar eine Bandscheibenverwölbung, aber keine Beeinträchtigung des Nervenkanals. Die Ärzte geben mir einfach nur noch Schmerzmittel. Und egal was sie machen, es wird nicht besser.

Des weiteren.
Vor 2 Jahren, als alles anfing aus dem Ruder zu laufen, hat meine Augenfarbe sich schlagartig verändert. Ich hatte schon immer Reh braune Augen, und zwar zu 100% vor 2 Jahren ist aus 100%Braun plötzlich nur noch 30% geblieben. Der Rest ist grün geworden. Meine Augenärztin konnte damals keine Ursache Festellen.
Nun habe ich nach Monaten mal wieder meine Augen angesehen, und mir ist ein Goldener Ring aufgefallen, der immer mehr ins innere ausstrahlt. Und mein Auge ist von einem Braun grünen Ring umhüllt. Das war vorher auch noch nicht da. Und seit etwa 2 Monaten, habe ich eine Ständig wechselnde körpertemperatur von 37,5 -grad 35,4 -grad Celsius. Und Ich fühle mich schwach, Müde und Krank, habe schon Antibiotiger bekommen aber ohne Erfolg. Meine Hausärztin weiß nicht weiter.

Meine Letzte Blutuntersuchung ist schon ein Halbes Jahr alt aber ich gebe sie mal an.

Leukozyten 6,2 Tsd/microl
Erythozyten 5.41 Mio/microl
Hämoglobin 15,8 g/dl
Hämatokrit 46%
MCV 85fl
RDW 12,7%
MCH 29pg
MCHC 34g/dl
Thrombozyhten 269 Tsd/microl
Quick 100%
PTT 37s

TSH 5,23mlU/I, Natrium 143mmol/l, Kalium 3,7 mmol/l,
Kreatin 0,95mg/dl.

Und da keiner meiner Ärzte weiß was sie machen sollen, habe ich versucht mal alle Symptome in ein Bild zu packen. Und mir ist halt Morbus Wilson Aufgefallen.
Habe in 2 Wochen auch wieder Termin beim Internisten um ihn darauf anzusprechen. Ist meine Vermutung komplett abwegig?

Infos würden mir sehr helfen

Mit freundlichen Grüßen Rene

joergle
Beiträge: 18
Registriert: 18. Dez 2009, 11:38

Was ich mir dachte als ich deinen Bericht gelesen habe

Beitrag von joergle » 2. Mär 2011, 20:22

Hi Rene,

meine Gedanken auf diverse Stichworte:

1.) stärkere Konzentrationsprobleme ( + Depressionen)
--> MW (Morbus Wilson)
--> Boreliose
--> KPU (Kryptopyrrolurie), wäre keine Hauptursache ev. begleitende Stoffwechselstörung

2.) Tunnel Blick
--> Multiple Sklerose

3.) Bluthochdruck mit 23
--> Nierenprobleme ...

4.) Bandscheiben immer näher zusammen, und morgens schmerzen mir häufig alle Gelenke und ich brauche eine Stunde um mich einigermaßen bewegen zu können.
--> Morbus Bechterew

5.) Und mein Auge ist von einem Braun grünen Ring umhüllt.
--> Morbus Wilson, ev. Kayser Fleischer Kornealring

6.) TSH 5,23mlU/I
--> Wert zu hoch, Schilddrüsen Unterfunktion

Das sind meine Gedanken als Laie wenn ich deinen Bericht lese. Mir fällt auf das die Leberwerte fehlen. Die wären wichtig bei MW.

Bleib dran und machs gut - joergle

Sandy
Beiträge: 402
Registriert: 8. Aug 2008, 17:27

Beitrag von Sandy » 3. Mär 2011, 12:19

Hallo Rene,

du fragst, ob Deine Beschwerden einen Morbus Wilson (MW) zur Ursache haben können. Wie Du sicher weißt, ist MW eine Leberkrankheit, die zu Leberschäden und/oder neurologischen Störungen führt.

Du gibst folgende Beschwerden an:
Konzentrationsstörungen mit Erinnerungslücken
Depressionen
Tremor bei auch nur leichter Nervosität
Probleme mit den Knien und den Bandscheiben (also der Wirbelsäule)
Taubheitsgefühle in den Beinen
Schwindel
Bluthochdruck
starke Kopfschmerzen
Zeichen der Veränderung der Augenfarbe, die an einen Kayser-Fleischer-Ring evtl. mit dem sog. Sonnenblumenkatarakt denken lassen.

Dazu hast Du im Blut ein relativ hohes TSH (der Schilddrüsenwert, der wohl zu hoch ist - Normwerte hast Du leider nicht genannt),
hinzu kommt ein relativ hohes Natrium bei relativ niedrigem Kalium.
Leider hast Du keine Leberwerte genannt.


Zu den von Dir genannten Symptomen kann ich sagen, dass alle mit einem MW vereinbar sind. Die meisten Deiner Symptome habe ich auch. Aber: Natürlich gibt es auch andere Krankheiten, die einen Teil dieser Symptome erklären würden.

Vor allem aber die Veränderungen der Augen könnten ein Hinweis auf MW sein. Wenn Du den sog. Kayser-Fleischer-Ring oder den sog. Sonnenblumenkatarakt (oder gar beides) hast, so wäre das so gut wie die Diagnose auf MW.


Wenn Du angenommen einen MW hast, so sind ein Teil Deiner Beschwerden vermutlich bereits Zeichen von Folgeerkrankungen:
Folgen eines MW können sein:
Degenerative Wirbelsäulenveränderungen
Veränderungen in den Kniegelenken
Polyneuropathie (s. Taubheitsgefühle)
Hormonelle Störungen (s. Schilddrüse)
Hypokaliämie (also wenig Kalium)

Folgen einer Leberschädigung können sein:
Der sog. sekundäre Hyperaldosteronismus. Das ist eine hormonelle Störung der Hormone der Nebennieren bei der das Natrium ansteigt, das Kalium abfällt und ein Bluthochdruck entsteht. Sekundär heißt in diesem Zusammenhang, dass die Störung nicht von den Nebennieren kommt (sonst wäre es ein primärer Hyperaldosteronismus), sondern dass diese Störung eine Folgeerkrankung einer anderen Grunderkrankung ist und das könnte eine Lebererkrankung sein.
Diese Störung hatte ich früher auch.


Ich rate Dir:
Gehe zu einem sehr guten und sehr erfahrenen Augenarzt wegen der Frage, ob Du den Kayser-Fleischer-Ring oder den Sonnenblumenkatarakt hast.
Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn Du hier auf den Internetseiten Dir die nächste MW-Ambulanz heraussuchst und dort Dich nach einem guten Augenarzt erkundigst, der schon mal einen Kayser-Fleischer-Ring diagnostiziert hat.
Oft sieht man ihn gar nicht mit dem bloßen Auge. Aber der Augenarzt kann mit der Spaltlampenuntersuchung dies viel besser beurteilen.
Wenn Du den Ring hast, so hast Du vermutlich auch MW, weil der Ring fast nur bei MW auftritt. Hast Du den Ring nicht, so kannst Du aber dennoch einen MW haben. Dann wäre die übliche Diagnostik sinnvoll, die man natürlich auch bei einem Kayser-Fleischer-Ring noch machen sollte.

Man sollte auf jeden Fall die Leber sehr gründlich untersuchen und alle Leberwerte bestimmen.
Auch sollte geprüft werden, ob die Milz vergrößert ist (was beim MW oft der Fall ist).

An Laborwerten sollten bestimmt werden:
Serum-Kupfer
Coeruloplasmin
24h-Urinkupfer

Das sollte in einem damit erfahrenen Labor geschehen, d. h. man sollte zuvor ein Labor ausfindig machen, das diese Werte selbst bestimmt. Wenn nämlich, wie es leider oft passiert, das Blut noch mit der Post in ein 2. Labor geschickt wird, so steigt meiner Erfahrung nach das Serum-Kupfer und das Coeruloplasmin etwas an und kann dann die Diagnostik erschweren (da nur niedrige Werte als auffällig gelten).

Man sollte diese Werte auch öfters bestimmen, denn sie schwanken auch bei einem MW-Patienten.
Kupfer und Coeruloplasmin steigen nämlich auch dann bereits an, wenn man eine Entzündung oder einen kleinen Infekt hat.

Eine Zinkeinnahme verändert die Kupferwerte, auch noch Wochen nach dem Absetzen des Zinks. Das sollte man wissen, falls Zink eingenommen wird oder wurde.

Hinsichtlich der Frage nach der Schilddrüse und dem Bluthochdruck würde ich zu einem guten Endokrinologen (Hormonarzt) gehen. Dieser sollte die Schilddrüse und die Nebennierenwerte (Aldosteron, Renin, evtl. Katecholamine) untersuchen.

Natürlich kann ein Teil Deiner Beschwerden auch mit einer Schilddrüsenfunktionsstörung zusammen hängen und kann sich bessern, wenn Du evtl. wegen der Schilddrüse Medikamente einnimmst.

LG
Sandy

Sandy
Beiträge: 402
Registriert: 8. Aug 2008, 17:27

NACHTRAG

Beitrag von Sandy » 3. Mär 2011, 20:19

Hallo Rene,

zu Deinen Kopfschmerzen ist mir noch eingefallen, dass man auch bei einem Magnesiummangel Kopfschmerzen haben kann:
Magnesiummangel kommt häufig vor, wenn jemand leberkrank ist.

Auch ich habe einen Magnesiummangel. Wenn ich mal zuwenig Magnesium genommen habe, kann es passieren, dass ich ganz starke Kopfschmerzen bekomme. Bei mir sind sie meist nur auf einer Kopfseite.7
Nehme ich dann höher dosiert Magnesium ein, also so 200 bis 300 mg verschwinden die Kopfschmerzen in der nächsten halben Stunde.

Lasse mal das Magnesium im Blut bestimmen.
Allerdings muss der Arzt darauf achten, dass es ganz korrekt abgenommen und verarbeitet wird. Bei Magnesium und Kalium steigen die Werte nach der Blutabnahme im Röhrchen an, wenn das Blut nicht sofort zentrifugier und abpippettiert wird oder wenn es zu lange dauert, bis das Blut im Labor ankommt und dort untersucht wird.
Magnesium-Werte im unteren Normbereich können auf einen Mangel hinweisen, denn die Normwerte beim Magnesium sind vermutlich zu tief definiert (das scheint bei mir so zu sein und das sagen auch einige Experten).

LG
Sandy

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